Bücher sind auch Lebensmittel. Wichtiger als das, was man liest, ist ja das, was mit einem, wenn man liest, passiert. Die Folgen. Die Wirkung.“ – Martin Walser, *1927

Literatur ist im Grunde genommen die Kunst, Außergewöhnliches an gewöhnlichen Menschen zu entdecken und darüber mit gewöhnlichen Worten Außergewöhnliches zu sagen.“ – Boris L. Pasternak, 1890 – 1960

Die richtige Lektüre zur richtigen Zeit kann dazu beitragen, dass eine neue Einstellung und ein neues Verhalten plötzlich möglich werden, für das wir uns vorher monatelang abgemüht haben, dass wir ein klareres Selbstverständnis und eine bessere Problemlösekompetenz entwickeln. Die Protagonisten der Geschichten können als Identifikationsfiguren oder zur eigenen Abgrenzung dienen und uns helfen, unser Leben und unsere Herausforderungen aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Geschichten können Sehnsucht schüren und Motivation für Veränderung auslösen.

Die Schülerinnen und Schüler erfahren im Deutschunterricht Sprache als das Mittel zwischenmenschlicher Verständigung und als wichtiges Medium für die Teilhabe am kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Leben. Selbst- und Weltwahrnehmung, Urteilsbildung und Problemlösung vollziehen sich vorrangig über Sprache in Interaktion mit anderen Menschen. Unter dieser Prämisse erhält der Deutschunterricht in seiner kommunikativen Funktion eine maßgebliche Bedeutung. Durch die Förderung der muttersprachlichen Fähigkeiten, der Verstehens- und Verständigungsprozesse sowie der Vermittlung und Vertiefung traditioneller Kulturtechniken wie Sprechen und Zuhören, Schreiben, Lesen und Kommunizieren leistet er seinen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung, zur Ausbildung von Eigenverantwortung, zum anschlussfähigen Lernen oder zur Kritik- und Konfliktfähigkeit der heranwachsenden Schülerinnen und Schüler.

Der Deutschunterricht hat nicht nur die Aufgabe der sprachlichen und kommunikativen Bildung, er verfolgt auch das Ziel, die Heranwachsenden mit unterschiedlichen literarischen Traditionen vertraut zu machen und sich kritisch mit aktuellen Entwicklungen, wie z.B. der Nutzung neuer Medien sowie aktuellen Entwicklungstendenzen in unserer Muttersprache, auseinanderzusetzen. Somit werden die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt, am kulturellen Leben in unserer Gesellschaft Anteil zu nehmen.

Nicht nur die Orientierung an einem kumulativen Lernkonzept, sondern auch ein verändertes Bildungsverständnis, das auf die Entwicklung von Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler seinen Focus richtet, sind dabei Antworten auf den permanenten und rasanten Wandel unserer modernen Gesellschaft.

In fächerübergreifenden Projekten und Themenwochen sowie im Fachunterricht der Stundentafel stellen sich die Fachlehrerinnen und Fachlehrer den Anforderungen an die neuen Qualitätsmerkmale eines modernen Deutschunterrichts.

Drei fachbezogene Kompetenzbereiche sind hierbei die tragenden Säulen des unterrichtlichen Handelns:

  • Sich mit Texten und Medien auseinandersetzen
  • Sprechen und Zuhören / Schreiben / Lesen
  • Sprache und Sprachgebrauch reflektieren

Die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme am bundesweiten Vorlesewettbewerb für die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen, Angebote an Kurs- und Studienfahrten, außerschulische Aktivitäten wie Theater- und Museumsbesuche, aber auch kulturelle Höhepunkte an unserem Gymnasium wie die Veranstaltung „GutsMuths hat Talent“ sind motivierende Indikatoren für das Lernen, für die Freude am Lesen, den bewussten und kritischen Umgang mit Sprache sowie ein grundsätzliches Interesse am kulturellen Leben.